Der Forstwirtschaft muss, wie allen anderen menschlichen Aktivitäten, unter Einhaltung der ökologischen Grenzen nachgegangen werden. Aber dem Wald kommt bei der Klimaproblematik eine besondere Rolle zu, weil nur im Rahmen des Zuwachses im Wald effektiv und ohne Nebeneffekte Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden werden kann. Nachdem der Mensch die Hälfte der lebenden Pflanzenmasse zum Verschwinden gebracht hat, bietet sich die goldene Gelegenheit, die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre zu senken, indem Flächen wieder aufgeforstet und degradierte Waldgebiete restauriert werden.
Damit die schwedischen Wälder im Hinblick auf das Klima und die Ökosysteme möglichst nutzbringend sind, raten wir:

  • Keine Abholzung altbestehender Wälder und anderer Wälder, in denen noch keine Kahlschlagwirtschaft betrieben wurde. Solche Wälder sind ein großer Kohlenstoffspeicher, der sich nach einem Eingriff nur langsam wieder aufbaut. Außerdem sind sie wichtig im Hinblick auf die biologische Vielfalt.
  • Keine weiteren artenarme Kulturen und Monokulturen aus gleichaltrigen Bäumen
  • Naturverjüngung und Umstellung auf Mischwälder (auf denjenigen Flächen, auf denen Mischwald natürlicherweise vorkommt). Mischwälder binden mehr Kohlenstoff, haben eine höhere Albedo und liefern im Allgemeinen mehr Ökosystemleistungen als Monokulturen. Mit Hilfe von forstwirtschaftlichen Verfahren, die sich an die Prozesse natürlicher Waldökosysteme anlehnen, ergeben sich auch Wälder, die gegenüber Stürmen, Krankheiten und anderen negativen Folgen des Klimawandels widerstandsfähiger sind.
  • Holzgewinnung mit Methoden, bei denen die Freisetzung von Treibhausgasen aus dem Boden minimiert wird. Die Entnahme einzelner Bäume ist in dieser Hinsicht besser als die Kahlschlagwirtschaft.
  • Keine Bodenvorbereitung, keine Drainage, kein Düngen, keine fremden Baumarten und keine Pestizide
  • Verlängerung der Umlaufzeit, sodass die schwedischen Wälder insgesamt mehr Kohlenstoff binden können
  • Wiederherstellung von Feuchtgebieten auf drainierten Waldflächen. Wald auf drainiertem Torfboden setzt viele Treibhausgase frei.
  • Weniger kurzlebige forstwirtschaftliche Erzeugnisse, deren Herstellung energieintensiv ist und mit denen Kohlenstoff nur kurz gebunden wird. Stattdessen Priorisierung langlebiger Erzeugnisse.
  • Stärkere Förderung von Forschungsaktivitäten zugunsten der Entwicklung forstwirtschaftlicher Verfahren, die das Klima und die biologische Vielfalt möglichst wenig beeinträchtigen
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